Diplom-Musikpädagoge | Akkordeonsolist | Organist
Eines Tages fragten die Engel Gott, ob er ihnen fürs Singen ein Instrument bauen könne. Da schuf Gott die Orgel. Da sprach der Satan: “Das kann ich auch!” Und er schuf das Akkordeon.
Uwe Mahnken
Live beim Oldenburger Kultursommer

Akkordeon? Orgel?

Oft wird Uwe Mahnken gefragt, wieso er so unterschiedliche Instrumente wie Akkordeon und Orgel spiele. Es stimmt, die beiden sind schon ein ungleiches Paar. Trotz vieler Gemeinsamkeiten fehlen dem einen Instrument wichtige musikalische Gestaltungsmöglichkeiten, die dem anderen ganz natürlich gegeben sind. Und umgekehrt. Und da wird es spannend: diese beiden Klangerzeuger ergänzen sich in ihren Möglichkeiten ganz wunderbar und unerklärlich.

A&O, Akkordeon und Orgel, zwei Instrumente wie Feuer und Wasser, das Alpha und das Omega unter den Tasteninstrumenten. Die Orgel, eines der ältesten Tasteninstrumente überhaupt, hat ihre glanzvollsten Blütezeiten längst hinter sich. Das Akkordeon, ein aufregend junges Instrument, wird immer noch von modernen Komponisten neu entdeckt, um ihm nie gehörte Klänge zu entlocken. Das eine mit einem nie enden wollenden Klang, gemacht für die Ewigkeit, das andere mit explosiven, leidenschaftlichen Gefühlsausbrüchen, die das Jetzt mit Geistesblitzen durchleuchten. Hier Sweelinck, Buxtehude und Johann Sebastian Bach, dort Kagel, Rihm und Sofia Gubaidulina. Dazwischen Mendelssohn, Satie und Astor Piazzolla. Alles wird möglich mit diesen Klangkörpern, Uwe Mahnken wagt den Spagat vom Quetschebalg zur Orgelbank und zurück. Für jeden Stil, für jeden Affekt das adäquate Instrumentarium. Oder auch gerade nicht: spannend kann es werden, wenn das Akkordeon ganz alte Musik aus einer Zeit spielt, die noch kein Akkordeon kannte, die so zu einem unerhörten klanglichen Erlebnis wird. Oder umgekehrt, wenn der Orgel etwa durch Tangoseufzer dynamische Aspekte abgerungen werden, die ihr zunächst mal niemand zutrauen würde.

In diesem Spannungsfeld lebt und arbeitet der Instrumentalist Uwe Mahnken. Neben seiner Solotätigkeit spielt er Kammermusik in unterschiedlichsten Besetzungen. Besonders hervorzuheben ist die langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Jörgen Brilling. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist ihm, die gewachsenen und erlebten Erkenntnisse an seine Schüler weiterzugeben.